
Vertrauen
So wie das Kind Mutter und Vater vertraut und in
ihrer Zuneigung und Liebe den wichtigsten Halt
erlebt, so erfahren wir allein in der Haltung
des Vertrauens mehr und mehr Zuversicht und
eigene Freiheit. Umgekehrt: Ohne Vertrauen würde
sich alles in und um uns in nicht endende Angst
und Hoffnungslosigkeit verwandeln.
Auf der Suche nach dem (Ur-)Grund unseres
Vertrauens finden wir in der Botschaft Jesu den
Halt, der uns „über Berge und Täler“ trägt, den
Sinn allen Lebens, den Grund unserer Hoffnung,
den Jesus Gott nennt und den er als seinen und
unseren Vater bezeichnet.
Gott, den Urgrund allen Vertrauens, finden...
verändert: durchbricht den Zwang, alles richtig
machen zu müssen, anerkannt zu werden und in
scheinbarer Sicherheit zu wissen, wo es
langgeht... „Gott vertrauen“ bringt uns
gleichsam vor uns selbst und befreit von den
Krämpfen und Vergeblichkeiten, die uns lähmen.
Das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit scheint
dem Denken und Empfinden des Menschen
wesenseigen zu sein. Ohne sie je (ganz) zu
erreichen: am nächsten kommen wir dieser
Sicherheit/Sehnsucht, wenn wir dem Grund unseres
Seins vertrauen - dem Gott des Lebens und der
Liebe.
Pater Dr. Roger Cicholaz OFM
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